Glossar

Forstwirtschaftliche Begriffe

Agrosilvicultura (span.) - Agroforstwirtschaft, Agrarforstwirtschaft: Bezeichnet ein Produktionssystem, das Elemente der Landwirtschaft mit denen der Forstwirtschaft  kombiniert. Sowohl mehrjährige Hölzer (z.B. Fruchtbäume, Palmen, Nutzhölzer) als auch einjährige landwirtschaftliche Nutzpflanzen werden auf derselben Fläche integriert.

Arboretum: Sammlung (nicht in Pflanzgefäßen wachsender) verschiedenartiger, oft auch exotischer Gehölze.
Dient der wissenschaftlichen Untersuchung der Wachstumseigenschaften von Baumarten, der Sicherung der Artenvielfalt und als Anschauungsobjekt für den Menschen in Pädagogik und Erholung.

Aufforstung: Künstliche Bestandsbegründung auf waldlosen Flächen durch Saat oder Pflanzung.

Ausasten, Ästung, Wertästung: Das Entfernen von Ästen an lebenden Bäumen zur Ergänzung oder zum Ersatz der natürlichen Astreinigung, mit dem Ziel, hochwertiges Holz mit möglichst dickem, astfreiem Holzmantel heranzuziehen.

Ausforstung, Aushieb: Auszugshieb, Entnahme einzelner Bäume aus einem Bestand.

Baumartenspektrum: Bezeichnet eine Vielfalt verschiedener Baumarten auf derselben Aufforstungsfläche.

Baumportfolio: Von BaumInvest kreierter Begriff, der die Zusammensetzung des Baumartenspektrums nach wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien bezeichnet. 

Baumsorten:

Folgende Baumsorten werden von BaumInvest auf der ersten Aufforstungsfläche angepflanzt

Teak (Tectona grandis): stammt ursprünglich aus Asien und zählt zu den wertvollsten tropischen Hölzern. Aufgrund der Hochwertigkeit des Holzes wird Teak in zahlreichen tropischen Ländern weltweit kultiviert. Aufgrund der hohen Resistenz gegen Pilzbefall, Termiten und Chemikalien und seiner schönen Musterung ist Teak ein weltweit geschätztes Konstruktionsholz für besondere Anforderungen.

Teak (links), Cebo (mitte), Almendro Setzling (rechts)

Zu den Nativos zählen unter anderem:

Almendro (Dipteryx panamensis): Mittelamerikanische Baumart, welche bekannt ist für ihr sehr hartes und schön gemustertes Holz. Dieses Edelholz wird unter anderem zu Furnieren und Instrumenten verarbeitet. Almendro wird darüberhinaus als Bau- und Konstruktionsholz im Außenbereich verwendet.

Cebo (Vochysia guatemalensis): In Mittel- und Südamerika vorkommende Baumart, welche sehr schnell wächst und bereits nach 8 - 10 Jahren geerntet werden kann. Das gut verarbeitbare Holz wird für Bau- und Konstruktionszwecke sowie als Palettenholz verwendet.

Roble Coral (Terminalia amazonia): Das ehemals in Mittelamerika weit verbreitete Edelholz wurde wegen seines sehr schönen und widerstandsfähigen Holzes ausgebeutet. Es findet als schweres Konstruktionsholz, im Parkett- und im Bootsbau Verwendung. Forstwissenschaftler sagen Roble Coral, aufgrund des wertvollen Holzes und der guten Erfahrungen im Anbau, eine sehr große Zukunft in Aufforstungsprojekten vorher.

Biologischer Korridor: Verkehrs- bzw. Übergangsweg für Lebewesen zwischen zwei ansonsten räumlich von einander getrennten Lebensräumen.

Bioreserve, wissenschaftlich „Naturreservate“: Bezeichnung für größere Bereiche, die als Schutzgebiet Pflanzen und Tieren vorbehalten sind. Ihre Nutzung ist verboten oder stark eingeschränkt.

Brusthöhendurchmesser (BHD): Normmaß für die Dicke eines Baumes. Wird in Höhe von 130 Zentimetern über dem Boden bestimmt. 

CO²-Zertifikate: CO2-Zertifikate sind so genannte Emissionsrechte, welche gehandelt werden können. Ziel des Emissionsrechtehandels ist es, eine Reduktion von schädlichen, weiträumig wirkenden Emissionen möglichst effizient auf die daran teilnehmenden Emittenten (Erzeuger) zu verteilen. Dafür werden ökonomische Instrumente eingesetzt, folgend dem Grundsatz, dass Reduktionen zuerst dort geschehen, wo mit relativ wenig Aufwand besonders viel erreicht werden kann. 

Durchforstung: Bezeichnung für Hiebseingriffe zur Bestandspflege und  Prophylaxe. Sie dient je nach Betriebsziel der Mischungsregulierung, der Wertholzerzielung und der Bestandesstabilität.

Edelholz: Holz, das sich durch eine schöne und ausdrucksvolle Farbgebung, markante Farbkontraste, erstaunliche Maserungen, und andere Auffälligkeiten gegenüber "normal" aussehendem Holz besonders hervorhebt. Zentrale Eigenschaften sind unter anderem Dauerhaftigkeit, hohes Gewicht, hohe Dichte, besondere Resistenz gegen Schädlingsbefall und Verwitterung, seltenes Vorkommen und hoher Wert. 

Energieholz: Holz, welches zum Heizen, bzw. zur thermischen Energieerzeugung genutzt wird. 

FSC-Zertifikat: Forest Stewardship Council (FSC) ist ein System zur Zertifizierung von Holz-Produkten. Es wurde zur Sicherung der nachhaltigen Waldnutzung gegründet. Die Bewirtschaftungsstandards sollen dabei zu einer sozialverträglichen, umweltfreundlichen und ökonomisch tragfähigen Waldwirtschaft führen.  

Generationenwald: Von BaumInvest kreierter Begriff, der auf die Möglichkeit der Vererbbarkeit einer Kapitalanlage bei BaumInvest verweist. Aufgrund der langen Projektlaufzeit und des positiven Einflusses auf das Klima, welcher vor allem zukünftigen Generationen zu Gute kommt, wurde ein Anlagemodell entwickelt, welches der Verantwortung heutiger Generationen bei gleichzeitiger Beteiligung der Kinder- und Enkelgeneration Rechnung trägt.

GIS – Geographic Information System: Computergestütztes Informationssystem, das aus Hardware, Software, Daten und Anwendungen besteht. Mit ihm können raumbezogene Daten digital erfasst, gespeichert, modelliert, analysiert  und grafisch präsentiert werden. Es vereint eine Datenbank mit den zur Bearbeitung und Darstellung dieser Daten nützlichen Methoden. Vorteil eines GIS ist die räumliche Zuordnung bestimmter Sachverhalte auf die Flächen im Raum und so sind mit einem GIS z. B. auch Flächenberechnungen möglich. In der Raum- und Umweltplanung sind GIS-Systeme inzwischen weit verbreitet.

Klimaneutralität: Bezeichnet die Ausgeglichenheit zwischen Emissionen von Treibhausgasen und deren Kompensation, d. h. dem Entzug von Treibhausgase aus der Atmosphäre, durch geeignete Maßnahmen. 

Kyoto-Protokoll: 1997 beschlossenes Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen mit dem Ziel des Klimaschutzes. Es schreibt erstmals verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen fest, welche die hauptsächliche Ursache der globalen Erwärmung sind.

Methan: auch Methylwasserstoff genannt, ist ein farbloses und geruchloses Gas. Nach CO2 ist es das bedeutendste von Menschen freigesetzte Treibhausgas, wobei es 20 bis 30 mal wirkungsvoller ist. Ein knappes Viertel der Methangas-Emissionen auf der Erde werden von den weltweit gehaltenen Rindern und Schafen verursacht.

Mischbepflanzung: siehe Baumartenspektrum und Baumportfolio

Nachhaltigkeit: Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Er bezeichnet die Bewirtschaftungsweise eines Waldes, bei welcher immer nur so viel Holz entnommen wird, wie nachwachsen kann, so dass der Wald nie zur Gänze abgeholzt wird, sondern sich immer wieder regenerieren kann. Der Begriff wird mittlerweile auch in anderen Kontexten verwendet und bezeichnet im Allgemeinen den Erhalt eines Systems bzw. bestimmter Charakteristika eines Systems.

Nativos: Spanisch für „Einheimische“. Bezeichnet in Costa Rica einheimische Baumsorten.

Primär/Sekundär Wald: Primärwald bezeichnet von menschlicher Einflussnahme nicht berührten Wald. Sekundärwald entwickelt sich nach menschlichen Eingriffen wie z.B. Straßenbau, Holzeinschlag, Brandrodung etc., falls die Flächen nicht offen gehalten werden. 

Regenwaldschule: von BaumInvest adaptierter Begriff, der die Möglichkeiten eines sekundären Regenwaldes als pädagogische Chance begreift. In der Regenwaldschule sollen einheimische wie touristische Besucher sowohl die Artenvielfalt als auch eine ressourcenschonende Lebensweise vermittelt bekommen.

Umtriebszeit: Zeitraum zwischen der Bestandsbegründung und der Holzernte, der unter den herrschenden ökologischen Bedingungen und dem gesetzten Forstbetriebsziel als wirtschaftlich optimal bei der Forsteinrichtung festgesetzt wird.

Waldpflege: Bezeichnet alle Dienstleistungen, welche zur Optimierung der Holzerträge, der Qualität des Holzes und zur Verbesserung  der Bodenqualität beitragen.

Zyklen-Management: Von BaumInvest auf die Forstwirtschaft übertragener Begriff, der die gezielte, wissenschaftlich geplante Aufforstung, Pflege und Ernte einer Kombination verschiedener Baumarten mit verschiedenen Wachstumsverhalten und Erntezeiten umfasst.