Im Fokus: Land grabbing - Warum sich Gesellschafter von BaumInvest deshalb keine Sorgen zu machen brauchen.

Seit einiger Zeit erhalten wir immer wieder vereinzelte Anfragen besorgter Gesellschafter, die sich fragen, ob sie sich als Investoren bei BaumInvest nicht auch des sogenannten "land grabbings" mit schuldig machten. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, um die Aktivitäten von BaumInvest in Costa Rica in diesem Kontext richtig einzuordnen.

Als "land grabbing" wird die Aneignung großflächiger Agrarflächen in Entwicklungsländern durch private Investoren (z.B. Investmentfonds und Industriekonzerne) oder staatliche Akteure aus dem Ausland bezeichnet. Hauptsächlich betroffen ist die Gruppe der besonders benachteiligten Entwicklungsländer in Afrika und Asien, aber zunehmend auch Länder des ehemaligen Ostblocks in Europa. Korrupte Regierungen, schwache Institutionen und geringe Rechtssicherheit sind typische Merkmale der Zielländer, die die Landnahme mittels langfristiger Pacht- oder Kaufverträge begünstigen. Zu dem traditionellen Motiv der Profitmaximierung durch den Anbau von Nahrungsmittel (cash crops) oder Energiepflanzen für den Export gesellt sich in immer stärkerem Maße auch das der eigenen Ernährungssicherung der investierenden Länder.

Leidtragende des "land grabbing" sind zumeist Kleinbauernfamilien, die ohnehin schon zu den ärmsten der Armen gehören und die auf die Ackerflächen zu ihrer eigenen Existenzsicherung angewiesen sind. Da in den betroffenen Länder offizielle Landbesitztitel kaum vorhanden sind und die traditionellen, meist kollektiven Nutzungs- und Besitzrechte nicht anerkannt werden, kommt es immer wieder zu gewaltsamen Vertreibungen der ortsansässigen Bevölkerungen.

Wir halten das Thema "land grabbing" für ein sehr ernstzunehmendes Problem, mit dem wir uns auch bei BaumInvest sehr kritisch auseinandersetzen, zumal auch Forstprojekte bereits in die Kritik geraten sind. Im Folgenden möchte wir daher einige wesentliche Unterschiede zu den betreffenden Großvorhaben aufzeigen:

1. BaumInvest kauft grundsätzlich kein fruchtbares Ackerland, das für den  Anbau von
    Grundnahrungsmitteln der Bevölkerung genutzt wird, sondern fast ausschließlich
    brachliegende oder extensiv bewirtschaftete Weideflächen für Rinder.

 2. Das System der Grundbesitzregistrierung und -übertragung ist in Costa Rica sehr gut
    organisiert. Kaufverträge werden von BaumInvest direkt mit den Eigentümern ausgehandelt und
    notariell beurkundet. Sämtlicher Grundbesitz der Tochtergesellschaften von BaumInvest ist
    sowohl im Katasteramt als auch im Nationalregister von Costa Rica ordnungsgemäß
    eingetragen und kann dort jederzeit eingesehen und nachvollzogen werden.

3. Aufgrund seiner demokratischen Regierung (seit 1949), politischen Stabilität und
    wirtschaftlichen Entwicklung gilt Costa Rica als Musterland  Lateinamerikas. Nach dem
    Human Development Index, dem Wohlstandsindikator der Vereinten Nationen, der
    neben dem Pro-Kopf-Einkommen auch die Lebenserwartung und den Bildungsgrad
    der Bevölkerung berücksichtigt, erreicht Costa Rica im Ländervergleich Rang 69 von 187
    (Deutschland: Rang 9). Costa Rica ist also weder ein armes, noch ein totalitär geführtes oder
    auffällig korruptes Land und weist auch sonst keinerlei strukturelle Parallelen zu den
    hauptsächlich von "land grabbing" betroffenen Ländern in Afrika und Asien auf.

4. Die Aufforstungsprojekte von BaumInvest mit einer Aufforstungsfläche von bisher
    insgesamt 1.300 Hektar, die auf mehrere kleinere Teilgrundstücke verteilt sind, sind alleine
    schon aufgrund der geringen Dimensionen nicht mit den zu recht in die Kritik geratenen
    Großprojekten von einigen Tausend bis zu mehreren Millionen Hektar Fläche vergleichbar.

Doch der entscheidende Unterschied besteht unserer Ansicht nach vor allem darin, dass wir die Rendite für unsere Gesellschafter eben gerade nicht auf Kosten oder zu Lasten Anderer erwirtschaften wollen, sondern einen konsequent ökologisch und sozial nachhaltigen Projektansatz verwirklichen, sodass am Ende alle davon profitieren: unsere Gesellschafter, die Menschen vor Ort und die Umwelt. Wir verstehen BaumInvest deshalb auch als eine Alternative zu den kritisierten Vorhaben und als eine Art Modellprojekt, das selbst in größeren Maßstäben ökologisch und sozial nachhaltig gestaltet werden kann und auch dann nicht im Interessenskonflikt mit dem Gastland, der lokalen Bevölkerung oder dem Natur- und Ressourcenschutz steht.

Bei BaumInvest 3 gehen wir sogar noch einen Schritt weiter, indem wir bis zu 1 Mio. Euro als zinsgünstiges Darlehen für das Projekt "Finca Verde" zur Förderung kleinbäuerlicher Strukturen in Costa Rica bereitstellen. Durch diese Projektförderung wollen wir erreichen, dass Kleinbauernfamilien ihre Existenz dauerhaft von den Erzeugnissen ihrer Ackerflächen bestreiten können - also genau die entgegengesetzte Entwicklung wie beim "land grabbing".